350-W-Schaltnetzteil im geschlossenen Metallgehäuse, in mehreren Ausgangsspannungsvarianten (darunter auch 5 V) – die typische, in einen Innen-Verteilerschrank montierte LED-Stromquelle.
MEAN WELL · Netzteil, Schaltnetzteil im geschlossenen Gehäuse
Mean Well LRS-350 LED-Wand-Bauteil
Die LRS-Reihe ist eine der verbreitetsten, universell einsetzbaren Netzteilfamilien von Mean Well im geschlossenen Metallgehäuse; sie wurde nicht ausdrücklich für LED-Displays, sondern für breitere industrielle und gewerbliche Zwecke entwickelt – eben deshalb ist sie ein sehr verbreitetes, gut dokumentiertes und leicht zu beschaffendes Bauteil als Alternative in Verteilerschränken von LED-Wänden, wenn anstelle des herstellereigenen Netzteils des Modulherstellers von dritter Seite nachgerüstet oder das System erweitert werden muss.
Das 350 Watt starke LRS-350 ist in mehreren Ausgangsspannungsvarianten erhältlich (etwa von 3,3 V bis 48 V), darunter auch eine 5-V-Ausführung, mit der sich 5-V-LED-Module unmittelbar versorgen lassen. Für Wartung und Austausch ist wichtig, dass die geschlossene Gehäusebauform des LRS nicht die platzsparenden, auf den LED-Schrank optimierten Maße der modulspezifischen Netzteile (etwa G-Energy JPS/GPS) erreicht.
Wo die LRS-350 im LED-Wand-System sitzt
Das LRS sitzt auf der Montageplatte des Schranks oder auf einer DIN-Schiene, auf der AC-Seite mit Leitungsschutzschalter und Überspannungsableiter (SPD) in Reihe geschaltet, auf der DC-Seite arbeitet es auf die 5-V-Verteilerschiene der Module. Die 5-V-Ausführung liefert größenordnungsmäßig 60 A, die mit einem kurzen Kabel großen Querschnitts zu den Modulen zu führen sind. Auf der Verteilerschiene ist der Spannungsabfall das größte Auslegungsrisiko, deshalb ist der Unterschied in der Kabellänge zwischen dem netzteilnahen und dem entfernten Modul bei der Montage auszugleichen und nicht „wie es kommt“ anzuschließen.
WANN ES DIE RICHTIGE WAHL IST
Als in einen Verteilerschrank montiertes Netzteil für Ersatz oder Erweiterung, wo ein industriell verbreitetes, leicht ersetzbares Bauteil wichtiger ist als die kleinste Bauform.
WORAUF SIE ACHTEN MÜSSEN
Die geschlossene Gehäusebauform des LRS nimmt mehr Platz ein als die ausdrücklich für LED-Display-Schränke entworfenen, flachen Netzteile (etwa G-Energy JPS) – bei knapper Kabinettgröße kann das eine Planungsgrenze bedeuten.
Die LRS-350 in der Praxis
Dimensionieren Sie das Netzteil niemals auf seine Nennleistung. Rechnen Sie statt mit dem im Moduldatenblatt genannten Durchschnittsverbrauch (typischerweise ein Drittel bis die Hälfte des Maximums) mit dem Maximalwert für ein vollständig weißes Bild und legen Sie darauf noch 20–30 % Reserve. Bleibt das aus, flackert die Wand bei weißem Bild und schlägt ins Rosa oder Rötliche um – wegen der höheren Durchlassspannung der blauen und der grünen LED fallen diese zuerst ab, wenn die 5 V einbrechen –, und das dauerhaft überlastete Netzteil fällt binnen weniger Jahre aus. Am LRS gibt es einen Trimmer zur feinen Anhebung der Ausgangsspannung: Er wird üblicherweise zur Kompensation des Kabel-Spannungsabfalls genutzt, doch das im Moduldatenblatt genannte Maximum darf nicht überschritten werden.
Alternativen zur LRS-350
Kommt das Netzteil in das Kabinett des Moduls und ist der Platz knapp, sind das offene EPP-200 auf Leiterplatte oder das für Displays entworfene, flache G-Energy JPS200V der bessere Formfaktor. Für ein größeres System, das viele Module an einer Schiene versorgt, liefert das RSP-500 mehr Leistung und Remote Sense. Für einen Außenstandort ohne geschützten Schrank taugt keines davon, dorthin gehört ein Gehäuse mit Schutzart (HLG). Die Reihenfolge der Entscheidung: wohin es passt → wie viel es liefern muss → in welcher Umgebung es arbeitet.
LRS-350 Handbuch und Datenblatt
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