Für Auftraggeber in Bregenz und im Vorarlberger Rheintal fertigen wir feste LED-Bildflächen für Innenräume und Fassaden. Diese Seite beschreibt den Ablauf in der Reihenfolge, in der er tatsächlich stattfindet: Standort aufnehmen, Raster und Pixelabstand festlegen, Ausführung an die Seelage anpassen, in der Werkstatt vormontieren, vor Ort einbauen und den Betrieb aus der Ferne begleiten.
LED-Wand Bregenz — Fertigung, Montage, Angebot
Bregenz liegt 726 Straßenkilometer von unserem Werk in Győr entfernt, am östlichen Ufer des Bodensees. Diese Zahl verändert die gesamte Projektabwicklung: Kein Termin ist hier eine Tagesfahrt, jede Montage wird mit einem Vorbereitungstag geplant, und ein möglichst großer Teil der Arbeit wandert in die Werkstatt. Dazu kommt das Klima am See mit hoher Luftfeuchte, Nebellagen und auflandigem Wind, das bei der Auswahl der Ausführung eine echte technische Rolle spielt und nicht bloß eine Formulierung im Angebot ist.
Schritt 1: Den Standort und seine Lichtverhältnisse aufnehmen
Seeseite, Oberstadt oder Innenraum
Wir beginnen mit der Frage, wohin die Fläche blickt und wer sie aus welcher Entfernung sieht. Eine Fassade nahe der Seepromenade steht in offenem Himmelslicht und bekommt Reflexionen von der Wasserfläche; ein Innenhof in der Oberstadt unterhalb des Martinsturms liegt dagegen die meiste Zeit im Schatten. Für Innenräume, etwa Foyers oder Ausstellungsflächen im Umfeld von Kunsthaus und Festspielhaus, gelten wieder andere Werte. Weil eine Anreise über 726 Kilometer nicht für jede Zwischenfrage wiederholbar ist, arbeiten wir in dieser Phase mit Fotos zu verschiedenen Tageszeiten, mit Grundriss und Ansicht sowie mit einem Videotelefonat direkt am Objekt. Erst wenn das Bild vollständig ist, folgt der Vor-Ort-Termin.
Schritt 2: Prüfen, ob statt der Wand ein LED-Poster genügt
726 Kilometer, die man auch gar nicht fahren muss
Eine montierte Wand entsteht im Raster aus liegenden Kacheln zu 32 mal 16 Zentimetern, und sie entsteht vor Ort — mit Anreise, Nächtigung und zwei Arbeitstagen in Vorarlberg. Bevor Sie das akzeptieren, lohnt die Gegenrechnung. Reicht für Ihren Zweck eine Bildfläche im Hochformat, dann liefert das LED-Poster sie ohne einen einzigen Montagetag: Fünf nebeneinandergestellte Einheiten ergeben 320 mal 192 Zentimeter, also nahezu das Seitenverhältnis 16:9, bei 225 Kilogramm Gesamtgewicht und einer rechnerischen Spitzenaufnahme von 4 Kilowatt. Für ein Hotel am Kornmarktplatz oder ein Autohaus an der Ausfallstraße heißt das: Die Fläche kommt per Spedition, wird ausgepackt, ausgerichtet und angesteckt. Kein Hubsteiger, keine Bohrung in der Fassade, kein Termin, der sich nach unserer Fahrtplanung richtet. Erst wenn eine Anzeige dauerhaft in mehreren Metern Höhe hängen soll, führt an der montierten Ausführung und damit an der Anreise kein Weg vorbei.
Schritt 3: Pixelabstand und Helligkeit festlegen
Was am See wirklich gebraucht wird
Der Pixelabstand folgt der Leseentfernung: P1.5 bis P2.5 für Betrachter unmittelbar vor der Fläche, P2.5 bis P4 für mittlere Distanzen in Sälen und Foyers, P4 bis P8 für Flächen, die von der Straße oder über einen Platz hinweg gesehen werden. Bei der Helligkeit trennen wir sauber: Innen 700 bis 800 nit, außen 4500 bis 5500 nit bei Schutzart IP65. Am Wasser kommt ein Punkt hinzu, den man im Binnenland selten bedenkt: Die Spiegelung der Seefläche hebt das Umgebungslicht an hellen Tagen deutlich an, während bei Nebellagen das Gegenteil eintritt. Eine sensorgeführte Regelung ist hier keine Zusatzausstattung, sondern die sinnvolle Grundeinstellung.
Schritt 4: Die Ausführung an Feuchte und Wind anpassen
Bodenseeklima als Auslegungsgröße
Hohe Luftfeuchte und häufige Taupunktwechsel belasten Dichtungen und Steckverbindungen stärker als trockene Standorte. Wir achten deshalb auf durchgehende Dichtebenen, sorgfältig geführte Kabelabgänge nach unten und auf Belüftung der Unterkonstruktion, damit sich keine Feuchtigkeit hinter der Fläche staut. Der zweite Punkt ist der Wind. Eine Fläche in freier Lage am Ufer erhält andere Befestigungspunkte und eine stärkere Unterkonstruktion als dieselbe Fläche in einer geschützten Gasse. Diese Auslegung erfolgt für den konkreten Standort, nicht pauschal; Windlastannahmen und Befestigungsdetails legen wir dem Angebot bei, damit der Statiker des Bauherrn sie prüfen kann.
Schritt 5: In Győr vormontieren und komplett testen
Warum die Wand vor der Verladung schon einmal läuft
Bei dieser Entfernung ist jede vermeidbare Überraschung auf der Baustelle bares Geld. Wir bauen die Wand deshalb in der Werkstatt vollständig auf, bestücken die Rahmen, konfigurieren die Steuerung, spielen Testbilder ein und gleichen die Module farblich ab. Erst danach wird zerlegt und verladen. Die Fahrt selbst planen wir mit einem Vorbereitungstag: Anreise, Materialübergabe und Kontrolle der baulichen Voraussetzungen am ersten Tag, Montage und Inbetriebnahme an den folgenden. Anfahrt und Auslandszulage sind im Angebot getrennt ausgewiesen, sodass der Kostenanteil der Distanz sichtbar bleibt.
Schritt 6: Betrieb, Fernzugriff und Ersatzteile organisieren
Wartung über 726 Kilometer hinweg
Die Steuerung ist über Netzwerk und über WLAN erreichbar. Das ist bei einem Objekt in Vorarlberg der wichtigste Punkt der ganzen Planung: Helligkeitskurven, Zeitpläne und Inhalte lassen sich ohne Anreise ändern, und im Störungsfall sehen wir zuerst nach, ob es sich um ein Ansteuerungsthema handelt. Ersatzmodule bleiben nach der Übergabe beim Kunden, und wir weisen das Haustechnikpersonal in den Modultausch ein. Als Gewährleistungszeitraum sind je nach Ausführung ein oder zwei Jahre vereinbart. Für Arbeiten, die tatsächlich Hände vor Ort erfordern, planen wir Termine gebündelt, damit nicht jede Kleinigkeit eine eigene Fahrt auslöst.

