Röviden

Wir fertigen Leuchtwerbung für Fassaden, Portale und Ausleger und montieren sie vor Ort. Am Bodensee kommt zur gestalterischen Frage eine bauphysikalische hinzu, denn Feuchte und Temperaturwechsel setzen Gehäusen stärker zu als in trockenen Lagen. Der folgende Ablauf beschreibt die Schritte von der Bestandsaufnahme bis zur Wartung.

Leuchtreklame Bregenz — Fertigung, Montage, Angebot

Austria · 726 km vom Werk in Győr

Bregenz zeigt auf engem Raum drei völlig verschiedene Werbeumgebungen. Entlang der Seepromenade und beim Hafen bewegen sich Gäste zu Fuß, meist langsam, oft abends; in der Oberstadt rund um den Martinsturm bestimmen historische Fassaden und schmale Gassen, was überhaupt angebracht werden darf; in den Geschäftsstraßen der Unterstadt und an den Durchzugsstraßen zählt hingegen Sichtbarkeit aus dem fließenden Verkehr. Für jede dieser Lagen gilt eine andere Bauform, eine andere Größe und eine andere Leuchtdichte.

Schritt 1: Die Fassade und ihre Umgebung erfassen

Seenähe, Oberstadt oder Verkehrslage

Wir beginnen mit dem Gebäude, nicht mit dem Wunschschild. Erhoben werden Wandaufbau, Zustand des Putzes, vorhandene Leitungswege, Blickachsen von Gehsteig und Fahrbahn sowie die Beleuchtungssituation nach Einbruch der Dunkelheit. Bei einem Lokal an der Seepromenade sieht das Ergebnis völlig anders aus als bei einer Kanzlei in einer Gasse der Oberstadt. Weil wir 726 Kilometer entfernt sind, sammeln wir diese Angaben strukturiert vorab: Fotos aus mehreren Distanzen, Aufnahmen bei Dunkelheit, Maße der Fassadengliederung. Der Ortstermin dient dann der Bestätigung und der Detailklärung, nicht mehr der Grunderhebung.

Schritt 2: Die Bauform wählen

Buchstaben, Kasten, Ausleger, hinterleuchtete Fläche

Einzelne Leuchtbuchstaben halten die Fassade sichtbar und sind an gegliederten Häusern die zurückhaltendste Lösung. Der geschlossene Leuchtkasten ist robuster und für stark beanspruchte Lagen die pragmatischere Variante. Hinterleuchtete Flächenelemente eignen sich für moderne Portale mit ebener Front. Der Ausleger ist in Gassen häufig unverzichtbar: Wer entlang einer Häuserzeile geht, nimmt eine flach an der Wand liegende Schrift kaum wahr. Auskragung, Höhe über dem Gehsteig und Befestigung planen wir dabei nach den üblichen technischen Anforderungen; die Bewilligung selbst führt der Bauherr.

Schritt 3: Die Ausführung gegen Feuchte auslegen

Kondenswasser, Dichtungen, Kabelabgänge

Am See sind hohe Luftfeuchte und häufige Taupunktunterschreitungen der Normalfall. Ein Gehäuse, das tagsüber warm läuft und nachts rasch abkühlt, zieht Feuchtigkeit an, wenn die Dichtebene nicht durchgehend ist. Wir führen deshalb Kabelabgänge grundsätzlich nach unten, verwenden Verschraubungen statt offener Durchführungen und sehen definierte Entwässerungspunkte vor. Die Befestigung folgt demselben Gedanken. Zwischen Gehäuserückwand und Fassade bleibt ein belüfteter Spalt, damit Wasser ablaufen kann und die Wand hinter dem Schild trocknet. Diese Details kosten wenig und entscheiden darüber, ob eine Anlage nach fünf Jahren noch einwandfrei aussieht.

Schritt 4: Helligkeit und Nachtbetrieb einstellen

Wirkung am dunklen Ufer

In der Nähe der Uferzone ist es abends dunkler als in einer beleuchteten Geschäftsstraße, wodurch dieselbe Leuchtdichte deutlich greller wirkt. Wir stellen die Werte deshalb immer am Objekt in der Dämmerung ein und nicht anhand einer Datenblattangabe. Zusätzlich hinterlegen wir einen Zeitplan mit Absenkung und, wo gewünscht, einer Abschaltzeit. Da die Steuerung über das Netzwerk und über WLAN erreichbar ist, lassen sich diese Zeiten später ohne Anreise ändern, etwa wenn sich Öffnungszeiten saisonal verschieben.

Schritt 5: Montage und Elektroanschluss koordinieren

Zusammenspiel mit örtlichen Gewerken

Bei dieser Entfernung planen wir die Montage als geschlossenen Arbeitsblock. Die Zuleitung stellt üblicherweise ein örtlicher Elektriker bis zum vereinbarten Punkt her, Hubsteiger oder Gerüst organisieren wir gemeinsam mit dem Bauherrn, und die Anlage selbst wird in unserer Werkstatt vorkonfektioniert angeliefert. Diese Schnittstellen halten wir schriftlich fest, samt Termin und Ansprechpartner. Ein fehlendes Kabel oder eine nicht bestellte Hebebühne bedeutet in Bregenz nicht eine Stunde Verzögerung, sondern eine zweite Anreise, und genau das soll die Vorbereitung verhindern.

Schritt 6: Unterlagen übergeben und Wartung vereinbaren

Was nach der Montage bleibt

Zur Übergabe gehören Ansichten mit Maßen, Angaben zu Gewicht und Leistungsaufnahme, die Beschreibung der Befestigung sowie die Zugangsdaten zur Steuerung. Diese Unterlagen dienen dem Bauherrn auch als Grundlage für behördliche Anzeigen, die er selbst führt. Für die Wartung empfehlen wir eine jährliche Sichtprüfung von Dichtungen und Befestigungen sowie eine Reinigung der Frontflächen; in Seenähe setzt sich mehr Schmutz ab als in geschützten Lagen. Je nach Ausführung gelten ein oder zwei Jahre Gewährleistung, und wir bündeln Servicefahrten nach Vorarlberg, um die Reisekosten gering zu halten.

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