Individuellen Neon-Schriftzug planen: Schriftart, Größe, Befestigung und Stromversorgung
Bei der Bestellung eines individuellen Neon-Schriftzugs kosten vier Entscheidungen alles Geld und allen Ärger: aus welcher Schriftart ein Profil wird, wie groß der Schriftzug sein soll, worauf und wie er befestigt wird und woher er den Strom bekommt. Diese vier Fragen hängen zusammen.

Was bedeutet heute ein Neon-Schriftzug?
Der umgangssprachliche Neon-Schriftzug meint zwei völlig verschiedene Produkte. Das eine ist das klassische Glasneon: handgebogene Glasröhre mit Edelgasfüllung und einem Neontransformator mit mehreren tausend Volt. Das andere – und die überwältigende Mehrheit der heutigen Bestellungen – ist LED-Neonflex: eine in Silikon oder PVC eingeschlossene, dicht bestückte SMD-LED-Reihe, die mit 12 oder 24 Volt Gleichspannung läuft und deren milchweiße Hülle das punktförmige Licht der einzelnen LEDs so weit verwischt, dass das Profil als gleichmäßige, streifenfreie Lichtlinie erscheint. Von außen ähneln sich beide, ihre Planungsregeln unterscheiden sich jedoch. Dieser Beitrag handelt durchgehend von LED-Neonflex, denn das ist es, was sich für einen individuellen Schriftzug mit Kleinspannung, realistischem Termin und reparierbar fertigen lässt. Den messbaren Vergleich der beiden Technologien – spezifischer Verbrauch, Lebensdauer, Sicherheit, Reparierbarkeit – finden Sie in unserem Beitrag LED-Neon oder Glasneon; dort steht auch, wann echtes Glasneon dennoch sinnvoll ist. Jener Beitrag ist der Ort für den technischen Datensatz der Profile – Watt je laufendem Meter, Betriebsstunden, Teilung der Schnittpunkte, kleinster Biegeradius, Schutzart; hier verwenden wir davon nur so viel, wie die Planungsentscheidungen erfordern.
Die Schriftart: Die Profilbreite ist die eigentliche Grenze – warum nicht jede Schrift zu Neon wird
Das LED-Neonprofil wird mit festem Querschnitt gefertigt – die am Markt häufigsten Varianten liegen um 6x12, 8x16 und 10x20 mm. Daraus folgt die wichtigste Planungsregel: Im Schriftzug darf keine Linie schmaler sein als das Profil breit ist. Eine Serifenschrift mit haarfeinen Strichen und starkem Kontrast lässt sich deshalb nicht so in Neon fertigen, wie sie am Bildschirm aussieht – dünner und dicker Strich verschmelzen zu gleich dickem Profil, und das Schriftbild verliert seinen Charakter. Für Neon eignen sich Schriften, die von vornherein mit gleichmäßiger Strichstärke arbeiten: Schreibschriften und Script-Fonts, geometrische Grotesken und gerundete serifenlose Schriften. Praktische Faustregel: Macht der dünnste Strich der Schrift weniger als die Hälfte des dicksten aus, muss der Entwurf umgezeichnet werden. Diese Probe führen Sie am besten mit dem Lineal an der auf Endgröße vergrößerten Zeichnung durch, denn so zeigt sich, was das Messergebnis in Millimetern bedeutet. Die zweite geometrische Grenze ist die Biegbarkeit: Die Profildatenblätter der Hersteller geben den kleinsten Biegeradius je nach Profil meist mit 2 bis 5 Zentimetern an, deshalb runden sich scharfe Buchstabenecken und sehr enge Innenbögen – etwa die Schlaufe einer verzierten kalligrafischen Schleife – am gefertigten Schriftzug ab. Diese beiden Werte, Profilbreite und kleinster Biegeradius, gehören aus dem Datenblatt des gewählten Profils in die Visualisierung übernommen.
Durchgehende Linie oder Abschnitte: Jeder Schnitt kostet Geld und ist ein Fehlerpunkt
Das LED-Neonprofil wird aus durchgehendem Strang gebogen, mit zwei Einschränkungen. Die eine: Das Band lässt sich nur an den vom Hersteller markierten Schnittpunkten trennen – bei 24-Volt-Ausführungen folgen diese oft alle 5 Zentimeter, bei anderen Ausführungen alle 2,5 bis 10 Zentimeter –, die Abschnittslängen sind also nicht beliebig. Die andere: Jedes Profil lässt sich nur in seiner eigenen Richtung biegen; für Schriftzüge eignet sich die seitlich, in der Ebene der Lichtaustrittsfläche biegende Ausführung, der sogenannte Side Bend, während das nach oben und unten biegende Top-Bend-Profil für geschwungene Simsbeleuchtung gedacht ist. Wo die Linie unterbrochen wird, entstehen ein Schnitt, ein verschlossenes Profilende und eine verdeckte Verbindungsleitung. Daraus folgt: Ein zusammenhängendes, einlinig geschriebenes Handschrift-Logo entsteht günstiger und mit saubererem Bild als ein gleich breiter Schriftzug aus einzelnen Druckversalien – ein fünfbuchstabiges Wort aus separaten Buchstaben ergibt größenordnungsmäßig 5 bis 12 Abschnitte, dasselbe in einer Schreibschrift oft 1 bis 3. Die Abschnittszahl ist keine ästhetische Frage: Jede Verbindung ist eine Verbindungsstelle, und Defekte beginnen typischerweise an den Verbindungen und an nicht verschlossenen Profilenden, nicht an den LEDs. Wenn Sie beim Fertiger ein Angebot einholen, lohnt die Frage, aus wie vielen Abschnitten der Entwurf besteht – diese Zahl zeigt die wirkliche Komplexität des Schriftzugs gut an.
Umlaute und Diakritika: die heikelsten Punkte des Entwurfs
Ein Schriftzug mit Umlauten oder anderen diakritischen Zeichen stellt eine Planungsaufgabe, mit der englischsprachige Vorlagen nicht konfrontiert sind. Die Punkte über ä, ö und ü sind je zwei kurze, eigenständige Profilstücke, ein Akzent ein einzelnes kurzes Stück, und Doppelzeichen müssen mit wenigen Millimetern Abstand nebeneinander gebogen werden. Das Problem: Die Länge des kürzesten fertigbaren Elements gibt die Teilung der Schnittpunkte samt Verschluss vor. Lässt sich das Band bei 24-Volt-Ausführungen oft nur alle 5 Zentimeter und bei anderen Ausführungen alle 2,5 bis 10 Zentimeter trennen, ist ein kürzeres Akzentstück daraus nicht herstellbar. Die Folge: Ein Schriftzug mit Diakritika verlangt praktisch eine größere minimale Versalhöhe als einer ohne. Dafür gibt es zwei bewährte Lösungen: Entweder wählt man eine Wortform, die auch ohne Sonderzeichen korrekt und lesbar ist, oder man zeichnet die Zeichen im Verhältnis zur Grundlinie größer und nimmt in Kauf, dass die Typografie leicht von der Bildschirmdatei abweicht. Diese Entscheidung gehört vor die grafische Freigabe, nicht in die laufende Fertigung.
Größe: Die Versalhöhe kommt aus dem Leseabstand, nicht aus der Wand
Die Schriftzuggröße bestimmt nicht die freie Wandfläche, sondern die Frage, aus welcher Entfernung gelesen werden soll. In der Schilderbranche gibt es dafür eine einzige, weit verbreitete Faustregel, die aus der amerikanischen Fachpraxis stammt: 1 Zoll (2,54 cm) Versalhöhe bleibt bis rund 10 Fuß (etwa 3 Meter) Entfernung bequem lesbar. Metrisch übersetzt: Jeder Zentimeter Versalhöhe deckt rund 1,2 Meter Leseabstand ab – dieselbe Regel verwenden wir auch bei der Dimensionierung von Firmenschildern und Leuchtbuchstaben, die beiden Rechnungen sind also miteinander vergleichbar. Dieselben Lesbarkeitstabellen setzen die gerade noch entzifferbare Grenze bei etwa dem Dreifachen des bequemen Abstands an: Das ist eine Obergrenze, kein Ziel. Die Formel funktioniert in beide Richtungen: Teilen Sie den Betrachtungsabstand in Metern durch 1,2, erhalten Sie die erforderliche Versalhöhe in Zentimetern. Bei LED-Neon kommt eine technische Untergrenze hinzu: Mit einem 8x16-mm-Profil werden bei einer Versalhöhe unter 10 cm die Innenräume der Buchstaben – die Punzen von a, e, o – mit der Profildicke vergleichbar und schließen sich zu einem Lichtfleck. Für dekorative Schriftzüge im Innenbereich sind deshalb 10 bis 15 cm, im Schaufenster 15 bis 25 cm und beim Firmennamen an der Fassade über 25 cm Versalhöhe der realistische Ausgangspunkt.
Betrachtungsabstand und Versalhöhe: die Planungstabelle
Die folgende Tabelle rechnet die Faustregel des vorigen Abschnitts für die häufigen Betrachtungsabstände durch und stellt daneben, was bei LED-Neon gesondert zu berücksichtigen ist. Jeder Versalhöhenwert der Tabelle stammt aus derselben Formel (Betrachtungsabstand in Metern geteilt durch 1,2), also nicht aus einzelnen Messungen, sondern aus einem einzigen nachprüfbaren Verhältnis. Die rechte Spalte zeigt, wo Neon von gedruckten oder geschnittenen Buchstaben abweicht: Bei den kleinsten Größen ist nicht die Sichtbarkeit, sondern die Profildicke die Grenze, und bei den größten stellt sich schon die Frage, ob derselbe Firmenname mit nicht leuchtenden Fassadenbuchstaben nicht wirtschaftlicher zu lösen wäre.
Rückplatte: konturgeschnitten, rechteckig oder ohne
LED-Neon ist für sich genommen biegsam und braucht deshalb einen Träger. Es gibt drei übliche Ausführungen. Die konturgeschnittene transparente Acrylplatte folgt dem Umriss der Buchstaben, sodass der Schriftzug an der Wand zu schweben scheint – das ist die anspruchsvollste und zugleich arbeitsintensivste Lösung, weil die Platte per CNC ausgeschnitten werden muss. Die rechteckige Acryl- oder lackierte Rückplatte ist einfacher und funktioniert gut, wenn der Schriftzug ohnehin in einen schildartigen Rahmen kommt. Die Ausführung ohne Rückplatte, direkt an der Wand befestigt, ergibt das sauberste Erscheinungsbild, doch Befestigung und verdeckte Verkabelung sind hier am schwierigsten, und Unebenheiten der Wandfläche treten zutage. Die Rückplatte besteht üblicherweise aus 3 bis 5 mm starkem Acryl; bei größeren, über einen Meter breiten Schriftzügen ist die dickere Platte sicherer, denn dünnes Acryl kann sich mit der Zeit unter dem eigenen Gewicht und durch Temperaturschwankungen verziehen.
Befestigung: Wand, Glas, Decke – jede folgt einer eigenen Logik
An der Wand wird die Rückplatte in der Regel mit Abstandshaltern (Standoffs) montiert, typischerweise mit 20 bis 40 mm Abstand, damit hinter dem Schriftzug Schatten und Luft bleiben und die Leitung Platz findet. Am Schaufensterglas ist die übliche Lösung die transparente Acryl-Rückplatte mit auf das Glas geklebtem oder mit Saugnäpfen gehaltenem Träger beziehungsweise ein an der Oberkante eingehängtes Drahtseil – gehärtetes Glas lässt sich nämlich nachträglich nicht bohren, nach dem Härten führt eine Bohrung zum Bruch der Scheibe. Von der Decke kommt eine Abhängung an Stahlseilen infrage, bei der das Kabel neben dem Seil geführt wird und der Schwerpunkt des Schriftzugs ausbalanciert sein muss, sonst hängt er schief. Das Gewicht ist selten ein Problem, sollte aber eingerechnet werden: Eine 5 mm starke Acryl-Rückplatte wiegt für sich rund 6 kg je Quadratmeter, dazu kommen Profil und Befestigung. Passende Dübel und Schrauben tragen das, Gipskarton verlangt jedoch spezielle Dübel und bei größeren Schriftzügen das Auffinden der dahinterliegenden Unterkonstruktion.
Stromversorgung: der am häufigsten unterschätzte Teil – Spannung, Leistung, Reserve
LED-Neonflex arbeitet mit 12 oder 24 Volt Gleichspannung und nimmt typischerweise 8 bis 14 Watt je laufendem Meter auf; Profile mit hoher Helligkeit und RGB-Profile mehr, auch über 15 W/m. Dieselbe Spanne nennt auch unser Beitrag LED-Neon oder Glasneon, der die Verbrauchsdaten führt – den konkreten Wert übernehmen Sie immer aus dem Datenblatt des bestellten Profils, nicht aus der Mitte der Spanne. Die Rechnung ist deshalb einfach: Messen Sie in der Zeichnung die Gesamtlänge der leuchtenden Linie in Metern, multiplizieren Sie sie mit der spezifischen Leistung laut Profildatenblatt und schlagen Sie auf das Ergebnis 20 bis 30 Prozent Reserve auf. Ein Schriftzug von 6 laufenden Metern mit 10 W/m nimmt 60 Watt auf, wozu ein Netzteil mit 75 bis 100 Watt die richtige Wahl ist; ein knapp bemessenes Netzteil wird dauernd warm, und das verkürzt seine Lebensdauer. Das Netzteil verschwindet nicht von selbst: Es braucht einen Platz hinter der Rückplatte, in einer abgehängten Decke oder in einem Schrank, und einen 230-Volt-Anschlusspunkt. Das gehört an den Vor-Ort-Termin, nicht an den Montagetag. Die Logik der Auslegung ist dieselbe wie bei größeren LED-Flächen, nur in kleinerem Maßstab – zur korrekten Auslegung der Stromeinspeisung haben wir einen eigenen Beitrag.
Spannungsabfall: warum es nicht egal ist, wo eingespeist wird
Auf langen Abschnitten sinkt die Versorgungsspannung durch den Widerstand der Leiterbahn, und das Ende des Abschnitts leuchtet schwächer als der Anfang. Die fachliche Empfehlung lautet, den Spannungsabfall unter 10 Prozent der Nennspannung zu halten, und daraus ergibt sich die praktische Grenze: Bei einem 12-Volt-Profil liegt sie bei rund 5 Metern, bei 24 Volt bei rund 10 Metern Abschnittslänge, oberhalb derer von beiden Enden oder aus der Mitte eingespeist werden muss. Deshalb wählt man bei langen Schriftzügen eher ein 24-Volt-System: Bei gleicher Leistung fließt der halbe Strom, der Verlust ist kleiner, und der Anschluss lässt sich mit dünnerem Kabel lösen. Besteht der Schriftzug aus mehreren getrennten Wörtern oder Zeilen, ist die richtige Lösung nicht, alle Abschnitte in Reihe zu schalten, sondern von einem gemeinsamen Verteilpunkt sternförmig zu jedem Abschnitt zu gehen. Dieser Unterschied zeigt sich am deutlichsten im Dunkeln, zwischen einem gleichmäßig leuchtenden und einem am Ende verblassenden Schriftzug.
Außenbereich: Schutzart, Kondensation, der Platz des Netzteils
Für einen individuellen Neon-Schriftzug im Außenbereich braucht es ein Profil mit mindestens Schutzart IP65, werkseitig verschlossene und abgedichtete Profilenden sowie eine Kabeleinführung mit nach unten weisender Schlaufe (Tropfschlaufe), damit das Wasser nicht zum Anschluss läuft. Für das Netzteil gibt es zwei gute Plätze: Entweder wählt man einen für den Außenbereich bestimmten Typ in IP67-Ausführung oder – das ist besser – es bleibt im Innenbereich an geschützter Stelle, und nur das Kleinspannungskabel geht nach draußen. Der häufige Außenschaden ist nicht der spektakuläre Wassereinbruch, sondern die Kondensation: Im Inneren eines nicht luftdicht verschlossenen Profils schlägt sich durch die tägliche Temperaturschwankung Feuchtigkeit nieder, und der Schriftzug beschlägt von innen. Kritischer Punkt ist deshalb der Verschluss des geschnittenen Endes – dort beginnen die Außenschäden typischerweise. Die von klassischen, größeren Leuchtreklamen bekannten Themen – Windlast, Auslegung der Unterkonstruktion – treten auch bei einem größeren Neon-Schriftzug auf, nur mit geringerem Gewicht, weil die Konstruktion leichter ist.
Farbe, Helligkeit und Dimmung
LED-Neon gibt es sowohl einfarbig (monochrom) als auch in RGB-Ausführung. Die einfarbige Variante liefert die reinere, gesättigtere Farbe und ist auch tagsüber besser sichtbar; die RGB-Variante wechselt dafür die Farbe und ist programmierbar, dafür sind bei ihr Weiß und Pastelltöne stets schwächer und der Verbrauch höher. Bei einem dekorativen Schriftzug im Innenbereich lohnt sich fast immer der Einbau eines Helligkeitsreglers (PWM-Dimmer): Die werkseitige Helligkeit kann nachts in einem dunklen Raum störend stark sein, und der gedimmte Betrieb senkt auch den Verbrauch. Im Außenbereich ist das Problem umgekehrt: Bei Tageslicht wirkt der Schriftzug blass, denn Neon – ob LED oder Glas – ist auf die Wirkung am Abend und in der Dämmerung ausgelegt; muss der Inhalt auch im Mittagslicht lesbar sein, ist das keine Aufgabe für Neon, sondern für eine LED-Anzeigetafel mit hoher Helligkeit. Läuft der Schriftzug Tag und Nacht, verbessern eine Zeitschaltuhr oder ein Dämmerungsschalter sowohl die Lebensdauer als auch die Stromrechnung.
Genehmigungen: Schaufensterinneres und Fassade sind zwei Welten
Ein Neon-Schriftzug an der Innenseite des Schaufensters oder im Verkaufsraum ist in der Regel keine Frage des öffentlichen Raums. Ein an der Fassade, als Auslegerschild oder als auskragende Konstruktion angebrachter Schriftzug fällt dagegen unter die örtlich geltenden Vorschriften für Werbeanlagen, und diese unterscheiden sich von Ort zu Ort erheblich. Ob eine Anbringung anzeige- oder genehmigungspflichtig ist, welche Größe zulässig ist und ob es Vorgaben zu Leuchtdichte oder zu blinkenden Effekten gibt, ist der jeweiligen örtlichen Regelung zu entnehmen – klären Sie das bei der zuständigen Stelle Ihrer Gemeinde. Deshalb ist die gute Reihenfolge, die örtlichen Regeln noch vor der endgültigen Grafik zu prüfen: Ein gefertigter, aber nicht anbringbarer Schriftzug lässt sich nachträglich nicht umformen. Bei einer Mietimmobilie kann zusätzlich die Zustimmung des Eigentümers, an der Fassade einer Eigentümergemeinschaft deren Entscheidung erforderlich sein. Über die Genehmigung von Werbeflächen im Außenbereich haben wir einen eigenen, ausführlichen Beitrag. Diese Zusammenstellung ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
Welche Planungsentscheidung wie viel kostet
Beim individuellen Neon-Schriftzug gibt es keinen Quadratmeterpreis, denn gefertigt wird keine Fläche, sondern eine Linie – der Preis folgt deshalb nicht aus dem Hüllmaß des Schriftzugs, sondern aus den Entwurfsentscheidungen. Der größte Posten ist die in laufenden Metern gemessene Gesamtlänge der leuchtenden Linie: Sie ergibt sich aus Wortlänge und Linienführung der Schrift gemeinsam, und ein verziertes Logo mit doppelter Linienführung verlangt mehr Profil als ein breiterer, einfacher Schriftzug. Der zweite ist die Abschnittszahl, also wie oft geschnitten, verschlossen und verbunden werden muss – hier zahlt sich die einlinige Schrift aus. Der dritte ist die Ausführung der Rückplatte: konturgeschnittenes Acryl ist erheblich mehr Maschinenzeit als ein einfaches Rechteck. Der vierte ist die Schutzart: Ein IP65-Profil für draußen und das zugehörige Netzteil kosten mehr als die Innenausführung. Der fünfte sind Zubehör und Montage: Dimmer, RGB-Steuerung, Fernbedienung sowie die Frage, ob an Wand, an Glas oder in der Höhe montiert wird. Deshalb können zwei auf dem Papier gleich große Schriftzüge um ein Vielfaches im Preis abweichen: Der Unterschied liegt in Abschnittszahl, Rückplatte und Schutzart, nicht in der Größe. Zeigt das Angebot eine einzige Summe, verlangen Sie eine Aufschlüsselung – so zeigt sich, welche Planungsentscheidung wie viel kostet.
Lebensdauer, Reparierbarkeit, Wartung
Die realistische Planungslebensdauer von LED-Neonflex liegt bei 30.000 bis 50.000 Betriebsstunden bis L70, also so lange, wie die Helligkeit über 70 Prozent des Ausgangswerts bleibt; woran es liegt, ob dies das untere oder das obere Ende der Spanne wird und warum es sich nicht mit den bei LED-Wänden üblichen, auf L50 bezogenen Stundenzahlen vergleichen lässt, leitet unser Beitrag LED-Neon oder Glasneon her. Planerisch wichtiger ist, dass der Schriftzug typischerweise nicht am Ende der Lebensdauer kaputtgeht. Als Erstes ermüden selten die LEDs: Viel häufiger altert das Netzteil, oder das Profil erleidet eine mechanische Beschädigung – beides sind austauschbare Teile. Ein beschädigter Abschnitt lässt sich ohne Demontage der benachbarten Abschnitte ersetzen, wenn die Montage von vornherein mit Steckverbindern statt fest verlötet ausgeführt wurde; das lohnt sich bereits bei der Angebotsanfrage festzuschreiben. Zwei Wartungsaufgaben gibt es. Die eine ist das Entstauben: Das Silikonprofil zieht Staub an, und die über die Jahre abgelagerte Schicht senkt die Helligkeit spürbar – ein weiches, trockenes Tuch genügt dafür. Die andere ist die jährliche Durchsicht der Verbindungen im Außenbereich, denn die Verbindungsstellen gehen als Erste kaputt.
Was Sie dem Fertiger übergeben: die Checkliste der Entwurfsdatei
Die Fertigung startet aus einer Vektordatei. Für einen brauchbaren Entwurf muss der Schriftzug in Kurven umgewandelt sein (die Schrift darf nicht als lebender Text bleiben, sonst steht auf dem Rechner des Fertigers eine andere Schriftart), es müssen die endgültige Breite und Höhe in Millimetern angegeben und es muss gekennzeichnet sein, welche Linie leuchtet und welche nur ein grafisches Element ist. Darüber hinaus entscheiden vier Angaben alles: ob der Ort innen oder außen liegt, wie groß der Betrachtungsabstand ist, wo der nächste 230-Volt-Anschlusspunkt sitzt und aus welchem Material die Montagefläche besteht (Ziegel, Gipskarton, Glas, Metall). Liegen diese vier Angaben schon beim Vor-Ort-Termin vor, kann der Planer in der ersten Runde eine fertigbare Variante zurückgeben, und der Projektbeginn verliert sich nicht im Hin- und Herschicken von Grafiken.
Experten-Tipp
Führen Sie vor der Freigabe zwei Messungen durch, beide kosten nichts. Die erste ist die Strichprobe: Vergrößern Sie den Entwurf auf Endgröße und messen Sie mit dem Lineal den dünnsten Buchstabenstrich. Ist er schmaler als die Breite des gewählten Profils – typischerweise 6 bis 20 mm –, wird der gefertigte Schriftzug dickere Buchstaben zeigen als die Visualisierung, und zu ändern ist dann die Schriftart, nicht der Fertiger. Die zweite ist die Abstandsprobe: Teilen Sie den Betrachtungsabstand in Metern durch 1,2, das Ergebnis ist die erforderliche Versalhöhe in Zentimetern; drucken Sie den Schriftzug in dieser Größe aus mehreren zusammengeklebten Blättern aus, kleben Sie ihn an den vorgesehenen Platz und schauen Sie von dort, wo der Kunde ihn tatsächlich sehen wird – vom Gehweg, hinter der Theke, aus der Tür. Bei Wörtern mit Umlauten prüfen Sie die Punkte gesondert: Fließen sie schon auf dem Papier ineinander, werden sie es auch im Neon tun.
Häufige Fehler
1. Die Wahl einer Serifenschrift mit haarfeinen Strichen und starkem Kontrast: Unter den Querschnitt des LED-Neonprofils von 6 bis 20 mm lässt sich nicht gehen, dünner und dicker Strich wachsen also auf dieselbe Dicke an, und das Schriftbild verliert seinen Charakter. Dieselbe geometrische Grenze gilt für Bögen: Die Profildatenblätter der Hersteller geben den kleinsten Biegeradius je nach Profil meist mit 2 bis 5 Zentimetern an, engere Bögen nimmt das Profil nicht auf, sodass scharfe Ecken und enge Innenschlaufen am gefertigten Schriftzug abrunden. 2. Die Größe wird nach der freien Wandfläche gewählt, nicht nach dem Betrachtungsabstand. Nach der Faustregel deckt jeder Zentimeter Versalhöhe rund 1,2 Meter Leseabstand ab – davon ist zurückzurechnen, nicht vom Wandmaß. 3. Umlaute und diakritische Zeichen erzwingen eine minimale Versalhöhe, was viele erst in der Fertigung bemerken. Bei solchen Schriftzügen ist von vornherein von einem größeren Grundmaß auszugehen. 4. Der Platz des Netzteils wird vergessen. Es muss hinter der Rückplatte, in einer abgehängten Decke oder in einem Schrank Platz finden und braucht einen 230-Volt-Anschluss – das gehört an den Vor-Ort-Termin, nicht an den Montagetag. 5. Ein knapp bemessenes Netzteil. Über die berechnete Leistung gehören 20 bis 30 Prozent Reserve, sonst wird das Netzteil dauernd warm und ist das erste Bauteil, das ausfällt. 6. Ein langer Schriftzug an einem einzigen Einspeisepunkt. Über rund 5 Metern bei 12 Volt und rund 10 Metern bei 24 Volt wird das Abschnittsende sichtbar blasser – dann muss von zwei Seiten oder aus einer sternförmigen Verteilung gespeist werden. 7. Ein Profil in Innenausführung mit niedriger Schutzart wird draußen eingesetzt, oder das geschnittene Profilende bleibt offen. Für draußen braucht es mindestens IP65, ein abgedichtetes Profilende und eine Kabeleinführung mit Tropfschlaufe, sonst beschlägt der Schriftzug durch Kondensation von innen. 8. Ein Fassadenschriftzug wird geplant, ohne die örtlich geltenden Vorschriften geprüft zu haben: Vorgaben zu zulässiger Größe, Leuchtdichte oder blinkenden Effekten können nachträglich das komplette Umzeichnen der Grafik erzwingen.
| Aus welcher Entfernung gelesen wird | Berechnete Versalhöhe (Betrachtungsabstand / 1,2) | Typische Anbringung | Was bei LED-Neon gesondert zu beachten ist |
|---|---|---|---|
| 3 m – hinter der Theke, aus der Nähe | ca. 2,5 cm | dekorativer Innenschriftzug, Thekenschriftzug | in dieser Größe nicht fertigbar: wegen der Profildicke liegt die praktische Untergrenze bei rund 10 cm |
| 6 m – vor dem Schaufenster stehend | ca. 5 cm | Schaufensterschriftzug, Logo im Verkaufsraum | für die Lesbarkeit genügend, für die Fertigbarkeit nicht – der Einstieg liegt bei 10 bis 15 cm |
| 12 m – vom gegenüberliegenden Gehweg, enge Straße | ca. 10 cm | Schriftzug über dem Ladenportal | das ist das praktische Minimum von LED-Neon; bei Wörtern mit Diakritika eine Größe darüber |
| 20 m – bei der Ankunft vor dem Geschäft, vom Parkplatz | ca. 17 cm | Ladenportal, unterer Fassadenbereich | in diesem Bereich arbeitet LED-Neon am besten |
| 30 m – vom gegenüberliegenden Gehweg, breite Straße | ca. 25 cm | Firmenname an der Fassade | Hauptpreisfaktor werden Größe der Rückplatte und Abschnittszahl, nicht die Versalhöhe |
| 50 m – von der Straße, aus dem fahrenden Auto | ca. 42 cm | große Fassade, hervorgehobener Firmenname | in dieser Größe sind leuchtende Fassadenbuchstaben oft die wirtschaftlichere Lösung |
Ein paar Fragen, und Sie erhalten den empfohlenen Pixelpitch, das Maß und den Richtpreis.
Konfigurator starten →
