LED-Neon oder klassische Glasneonröhre? Verbrauch, Lebensdauer, Reparierbarkeit
Ein Leuchtschriftzug fürs Schaufenster kann heute aus zwei zum Verwechseln ähnlichen Technologien entstehen: aus handgebogener Glasneonröhre oder aus LED-Neonflex-Profil. Von außen ist der Unterschied kaum zu sehen – im Montageplan, im Serviceprotokoll und zu einem kleineren Teil auf der Stromrechnung dagegen umso deutlicher.

Was ist der Unterschied zwischen LED-Neon und klassischer Neonröhre?
Klassisches Neon ist eine luftdicht verschlossene, handgebogene Glasröhre, in der verdünntes Edelgas aufleuchtet, sobald zwischen den Elektroden an beiden Rohrenden eine Spannung von mehreren tausend Volt eine Entladung erzeugt. LED-Neon – fachlich Neonflex – ist dagegen eine in Silikon oder PVC vergossene LED-Reihe, deren milchweiße, streuende Frontfläche das punktförmige Licht der einzelnen LEDs zu einem durchgehenden Lichtband verschmiert. Von außen ähneln sich beide sehr, innen ist jedoch alles anders: das eine eine Gasentladungslichtquelle auf Hochspannung, das andere ein Halbleiter auf Kleinspannung. Aus diesem einen Unterschied folgen alle weiteren Abweichungen – Verbrauch, Fehlerbild, Reparierbarkeit, die sicherheitstechnischen Anforderungen der Montage und auch die Preisfaktoren. Wer heute einen Neonschriftzug sucht, bekommt in aller Regel ein Angebot über LED-Neonflex: Das Biegen von Glasröhren ist zum kunsthandwerklichen Beruf geworden, und die dazugehörige Pump- und Gasfüllwerkstatt ist an weit weniger Orten verfügbar als ein LED-Ausführender.
Verbrauch: Wie viel frisst ein Meter Neon? Rechenbeispiel mit einem 6-Meter-Schriftzug
Die typische Leistungsaufnahme von LED-Neonflex liegt bei 8 bis 14 Watt je laufendem Meter, abhängig von Profiltyp, LED-Dichte und Helligkeit; Profile mit hoher Helligkeit und RGB-Profile nehmen auch mehr auf. Für die klassische Glasneonröhre geben Fachquellen üblicherweise 15 bis 20 Watt je laufendem Meter an, abhängig von Rohrdurchmesser und durchfließendem Strom – der Sekundärstrom von Neontransformatoren liegt typischerweise bei 20 bis 60 Milliampere. Ein konkretes Beispiel: Ein Schriftzug, der mit sechs laufenden Metern Rohr gezeichnet ist, ergibt als LED-Neon mit 10 W/m gerechnet rund 60 W, als Glasneon mit 15 bis 20 W/m 90 bis 120 W. Bei 12 Stunden Betrieb täglich – das sind 4.380 Stunden im Jahr – verbraucht die LED-Variante rund 263 kWh, das Glasneon etwa 394 bis 526 kWh im Jahr. Mit typischen Werten gerechnet ist das ein Unterschied von rund 40 Prozent: spürbar, aber keine Größenordnung, und bei einem einzelnen Schriftzug gibt das selten den Ausschlag. Wo LED-Neon wirklich mehr kann: Es lässt sich dimmen, in den Nachtstunden also heruntergeregelt weiter absenken. Mit Zeitschaltuhr oder Dämmerungsschalter lässt sich hingegen die Betriebszeit beider Technologien verkürzen, das ist kein LED-Vorteil.
Lebensdauer: Was bedeuten 30.000 und was 100.000 Stunden?
Auf Datenblättern von LED-Neonflex begegnen einem Zahlen zwischen 30.000 und 100.000 Stunden, weil nicht dasselbe gemessen wird. Eine realistische Planungsgröße sind 30.000 bis 50.000 Betriebsstunden bis L70, also so lange, wie die Helligkeit über 70 Prozent des Ausgangswerts bleibt; bei 12 Stunden Betrieb täglich sind das rund 7 bis 11 Jahre. Wichtig: Der L70-Wert ist temperaturabhängig. Dasselbe Profil kann im Labor bei 25 Grad Celsius 50.000 Stunden erreichen, bei höherer Gehäusetemperatur sinkt der Wert dagegen auf 30.000 bis 40.000 Stunden – aus der geschlossenen Silikonhülle entweicht die Wärme schwerer als aus einem LED-Modul mit Kühlkörper. Deshalb ist der Wert auch nicht direkt mit der von LED-Wänden gewohnten Zahl vergleichbar: Das Datenblatt unserer eigenen LED-Module nennt einheitlich 100.000 Betriebsstunden, doch die Branche misst diesen Wert bis L50, also bis zur Hälfte der Helligkeit, nicht bis L70 – bei 12 Stunden Betrieb täglich sind das über zwei Jahrzehnte. Steht in einem Angebot eine Lebensdauerzahl, fragen Sie immer nach, ob es sich um L70 oder L50 handelt und bei welcher Betriebstemperatur gemessen wurde. Für die klassische Neonröhre nennen Fachquellen üblicherweise 8 bis 15 Jahre – bei der Lebensdauer liegen die beiden Technologien also nicht so weit auseinander, wie es Marketingunterlagen nahelegen. Der wirkliche Unterschied liegt im Fehlerbild: Beim LED-Neon nimmt die Helligkeit allmählich und berechenbar ab, bei der Neonröhre führen Elektrodenverschleiß, Gasverunreinigung, ein Riss oder ein Transformatordefekt zum plötzlichen Totalausfall.
Vergleichstabelle LED-Neon und Glasneon
Die folgende Tabelle stellt zwölf messbare oder eindeutig entscheidbare Eigenschaften der beiden Technologien gegenüber. Müsste man eine einzige Zeile hervorheben, wäre es die Betriebsspannung: Die 12 oder 24 Volt Kleinspannung des LED-Neons sind aus Sicht des Berührungsschutzes eine um Größenordnungen einfachere Lage als die mehreren tausend Volt der Neonröhre, und sie bestimmen, wohin und unter welchen Bedingungen der Schriftzug montiert werden darf. Die zweitwichtigste Zeile ist die Reparierbarkeit: Dort entscheidet sich, ob ein Defekt den Leuchtschriftzug für Tage oder für Wochen stilllegt – und bei einem geöffneten Geschäft kostet das oft mehr als das Bauteil selbst. Die Verbrauchszeile ist demgegenüber zweitrangig.
Sicherheit: 24 Volt gegen 15.000 Volt
Der klassische Neonschriftzug verlangt einen Neontransformator, dessen Sekundärseite typischerweise zwischen 3.000 und 15.000 Volt ausgibt – in Datenblättern finden sich Typen von 1.000 bis 15.000 Volt –, und zu den Röhren muss eigens für diese Spannung zugelassene Hochspannungsleitung verwendet werden. Das hat konkrete Folgen: Die Verkabelung gehört in die Hand einer Fachkraft, um Röhren und Leitung ist ein Schutzabstand einzuhalten, und die Anlage muss für die Servicezeit freischaltbar sein. LED-Neon läuft dagegen mit 12 oder 24 Volt Kleinspannung, das Profil selbst ist bei Berührung also ungefährlich – Netzspannung liegt nur auf der Primärseite des Netzteils an, das in einem geschlossenen Gehäuse und meist entfernt vom Schriftzug sitzt. Deshalb lässt sich LED-Neon auch im Schaufensterregal, hinter der Theke, im Wohnbereich oder als Veranstaltungsdekoration einsetzen, wo ein Glasneon schlicht nicht infrage kommt. Derselbe Unterschied zeigt sich bei der Bruchgefahr: Das in Silikon vergossene Neonflex ist biegsam und bricht beim Transport nicht, die Neonröhre zerbricht an einer angelehnten Leiter.
Farben: Warum nur Rot echtes Neon ist
Wenige wissen, dass reines Neongas nur eine einzige Farbe liefert: das charakteristische Rot-Orange. Die übrigen Farben entstehen mit Argon, mit Argon-Quecksilber-Gemisch und mit einer Leuchtstoffschicht auf der Rohrinnenwand – Blau ist üblicherweise Argon, Weiß und Grün eine Argon-Quecksilber-Kombination, weitere Töne entstehen über die Leuchtstoffbeschichtung. Der Großteil dessen, was umgangssprachlich Neonschriftzug heißt, leuchtet deshalb gar nicht mit Neongas. Das hat zwei praktische Folgen. Die eine: Die Farbwahl ist im Moment der Fertigung endgültig entschieden, eine blaue Neonröhre wird nie warmweiß. Die andere: Quecksilberhaltige Röhren sind verbraucht oder zerbrochen als Sondermüll zu behandeln, ihr Ausbau und Abtransport ist also gesondert zu regeln. LED-Neon lässt sich dagegen frei variieren: In einfarbiger Ausführung ist nahezu jeder Ton bestellbar, mit einem RGB-Profil wechselt derselbe Schriftzug die Farbe, lässt sich dimmen, laufen lassen oder zeitgesteuert schalten. Ist der Schriftzug zugleich Teil der Stimmungsbeleuchtung eines Cafés oder eines Salons, kann diese Flexibilität allein die Frage entscheiden.
Formgrenzen: Welche Schrift verträgt welche Technologie?
Das ist der einzige Punkt, an dem das Glasneon einen echten technischen Vorsprung hat. Die Neonröhre hat üblicherweise 8 bis 15 Millimeter Durchmesser, und der Biegemeister kann darin praktisch jeden Bogen, jeden scharfen Knick und jede kleine Schlaufe formen, sodass sich feine, kalligrafische Schriftzüge getreu wiedergeben lassen. Der Querschnitt von LED-Neonflex bewegt sich typischerweise zwischen 6x12 und 20x20 Millimetern, der kleinste Biegeradius liegt laut den Profildatenblättern der Hersteller je nach Profil meist bei 2 bis 5 Zentimetern, und das Profil darf nur an den vom Hersteller markierten Schnittpunkten getrennt werden – bei 24-Volt-Ausführungen oft alle 5 Zentimeter, bei anderen Ausführungen alle 2,5 bis 10 Zentimeter. Den Biegeradius zu überschreiten ist nicht nur eine ästhetische Frage: Innerhalb der Hülle können LEDs brechen, was einen bleibenden dunklen Fleck verursacht. Ein Logo mit sehr dünner Linienführung und vielen kleinen Details lässt sich aus Neonflex deshalb entweder gar nicht oder nur vereinfacht fertigen. Das richtige Vorgehen: Die Grafik noch vor der Entscheidung auf die Grenzen der gewählten Technologie umzeichnen lassen und einen Probeausdruck im Maßstab 1:1 verlangen.
Preis: Wovon hängen die Kosten eines Neonschriftzugs ab? Die fünf Faktoren, die das Angebot bewegen
Der Preis eines Leuchtschriftzugs geht nicht von der Breite des Schriftzugs aus, sondern von den laufenden Metern, die zum Zeichnen der Buchstaben nötig sind – ein langes, dünnes Wort kann günstiger sein als ein kurzes Logo mit doppelter Linienführung. Die fünf Hauptpreisfaktoren: (1) die Menge an laufenden Metern und die Zahl der Biegungen, denn jeder Bogen ist eigene Arbeitszeit; (2) die Ausführung der Rückplatte – ein konturgeschnittenes, lasergeschnittenes Acryl- oder Blechteil ist erheblich mehr Arbeit als eine rechteckige Tafel; (3) die Außenausführung, also Schutzart, witterungsfestes Netzteil und Befestigungsart; (4) die Steuerung, also ob ein Schalter genügt oder ob Dimmung, Farbwechsel und Zeitsteuerung dazukommen; (5) die Montagebedingungen – Fassadenhöhe, Notwendigkeit einer Hubarbeitsbühne, Lage der Stromeinspeisung. Beim Glasneon kommen die Zahl der Transformatoren und die Hochspannungsverkabelung hinzu, beim LED-Neon die Dimensionierung des Netzteils. Deshalb erhalten zwei auf den ersten Blick gleich große Schriftzüge oft deutlich unterschiedliche Angebote – und deshalb führt es in die Irre, rein in Quadratmetern oder Stückpreisen zu denken.
Reparierbarkeit: Hier entscheiden sich die langfristigen Kosten
Bei einem LED-Neon-Schriftzug ist der typische Fehler der Ausfall des Netzteils oder das Dunkelwerden eines Abschnitts. Beides ist ein modulares Problem: Das Netzteil ist austauschbar, der defekte Abschnitt lässt sich entlang der Schnittpunkte heraustrennen und ersetzen, der Eingriff ist üblicherweise binnen Tagen erledigt, und der Schriftzug steht nicht wochenlang dunkel. Bei einer gerissenen Neonröhre entweicht das Gas dagegen sofort, das Licht der Röhre erlischt, und die Reparatur ist keine Arbeit vor Ort: Die betreffende Röhre muss demontiert, in eine Glasbläserwerkstatt gebracht, dort neu gebogen oder ersetzt, ausgepumpt und neu befüllt werden. Diese Durchlaufzeit misst sich deshalb nicht in Tagen, sondern in Wochen. Für ein durchgehend geöffnetes Geschäft ist das der wichtigste betriebswirtschaftliche Gesichtspunkt: Ein dunkler Schriftzug ist nicht nur entgangene Werbung, sondern eine aktiv schlechte Botschaft an den Passanten. Fragen Sie deshalb schon bei der Angebotsanfrage, wo die nächste Werkstatt liegt, ob es Ersatzteilnachschub im Land gibt und welche Reaktionszeit vor Ort zugesagt wird.
Außeneinsatz: Schutzart, Witterung, Helligkeit
Bei einem LED-Neon-Schriftzug für den Außenbereich sind mindestens ein Profil der Schutzart IP65 und ein geschlossenes Netzteil in Außenausführung die Erwartung – oder, noch besser, das Netzteil bleibt an einem geschützten Ort im Innenbereich, und nur das 12- oder 24-Volt-Kabel geht nach draußen. Die Abdichtung der Endkappen ist ein kritischer Punkt: Fehler bei Außen-Neonflex beginnen typischerweise dort, wo das geschnittene Profilende nicht ordentlich verschlossen wurde. Glasneon verlangt im Außenbereich ein geschlossenes, wasserdichtes Gehäuse und einen Außentransformator, denn Feuchtigkeit kann an der Hochspannungsstelle Kriechströme verursachen. In puncto Helligkeit sind beide Technologien auf die Wirkung in Abend- und Dämmerungslicht ausgelegt, nicht auf ein bei praller Sonne lesbares Display: Muss die Fläche auch im Mittagslicht lesbar sein, ist nicht Neon, sondern eine LED-Anzeigetafel oder LED-Wand mit hoher Helligkeit die richtige Antwort. Dort liegt das fachliche Minimum bei 4.500 bis 5.000 Nit mit automatischer Helligkeitsregelung; unsere eigenen Outdoor-LED-Module liefern 5.000 bis 8.000 Nit. Beachten Sie außerdem, dass die zulässige Leuchtdichte von Werbeanlagen – insbesondere nachts – örtlich geregelt sein kann; klären Sie das vor der Bestellung mit der zuständigen Stelle ab. Eine automatische Helligkeitsregelung ist deshalb in der Praxis keine Option, sondern die vernünftige Grundausstattung. Die Wetterextreme Mitteleuropas machen für sich genommen keiner der beiden Technologien zu schaffen, doch wegen der Wärmeausdehnung hängt bei auf starrer Rückplatte befestigtem Neonflex die Haltbarkeit an der Ausführung der Befestigung.
Wann sollten Sie dennoch echtes Glasneon wählen?
Es gibt drei Situationen, in denen Glasneon eine vertretbare Entscheidung ist. Die erste ist das authentische Retro-Interieur: Bei einem Barbershop, einer Cocktailbar oder einem Plattenladen geben die Materialität der echten Neonröhre, das charakteristische Licht der Gasentladung und die Körperlichkeit des Glases eine Glaubwürdigkeit, der sich Neonflex nur annähert. Die zweite ist die sehr feine, kalligrafische Schriftzeichnung, die Biegeradius und Querschnitt von Neonflex nicht zulassen. Die dritte ist die Restaurierung eines vorhandenen alten Schriftzugs in geschütztem oder denkmalgeschütztem Umfeld, wo es nicht darum geht, neue Technologie einzuführen, sondern das Original zu erhalten. In allen anderen Fällen – Ladenportal, Schaufenster, Empfang, Veranstaltung, Fassadenlogo – ist LED-Neon die rationale Wahl, in erster Linie weil es sicherer, schneller reparierbar und steuerbar ist, in zweiter Linie weil es weniger verbraucht.
LED-Neon oder programmierbare LED-Anzeigetafel?
LED-Neon hat eine grundsätzliche Grenze: Der Inhalt des Schriftzugs wird im Moment der Fertigung endgültig. Leuchtet der Firmenname, das Logo oder ein fester Slogan, ist das kein Problem – die ändern sich jahrelang nicht. Soll der Schriftzug dagegen wechselnde Informationen vermitteln, etwa das Tagesangebot, die Öffnungszeiten, einen aktuellen Preis oder eine saisonale Aktion, ist Neon das falsche Werkzeug, und es braucht stattdessen eine programmierbare LED-Anzeigetafel oder eine LED-Laufschrift, deren Inhalt sich jederzeit per Software überschreiben lässt. In der Praxis kombinieren viele Geschäfte beides: einen dauerhaften Firmennamen oder ein Logo in LED-Neon am Portal, daneben eine kleinere LED-Anzeige für die wechselnde Botschaft. Diese Aufstellung funktioniert deshalb gut, weil das stimmungsgebende dekorative Element und die informationstragende, aktualisierbare Fläche zwei getrennte Aufgaben sind, die sich einzeln einfacher lösen lassen als mit einem einzigen Kompromissgerät.
Genehmigungen: Worauf vor der Montage zu achten ist
Einen Leuchtschriftzug an einer Fassade oder über öffentlichem Grund anzubringen ist nicht allein eine technische Frage: Ob und in welcher Form eine Werbeanlage genehmigungs- oder anzeigepflichtig ist, richtet sich nach den örtlich geltenden Vorschriften, und diese unterscheiden sich von Ort zu Ort erheblich. Das ist von der Technologie völlig unabhängig – LED-Neon und Glasneon fallen unter dieselben Regeln. Klären Sie deshalb zwei Dinge, bevor Sie die Fertigung beauftragen: erstens bei der zuständigen Stelle Ihrer Gemeinde, ob die geplante Größe und Anbringung am vorgesehenen Standort einer Anzeige oder Genehmigung bedarf; zweitens bei einer Mietimmobilie die Zustimmung des Eigentümers und in einer Eigentümergemeinschaft die der Verwaltung zur Befestigung an der Fassade. Da sich Größe und Form eines individuell gefertigten Schriftzugs nach der Fertigung nicht mehr ändern lassen, verursacht eine abgelehnte Anzeige einen erheblichen Verlust. Bei denkmalgeschützten Gebäuden und in gestalterisch besonders geschützten Lagen gelten in aller Regel zusätzliche Anforderungen – hier lohnt sich eine frühzeitige Abstimmung besonders. Diese Zusammenstellung ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
Wie fordern Sie vergleichbare Angebote an?
Angebote für Leuchtschriftzüge lassen sich deshalb schwer gegenüberstellen, weil sie nicht denselben Inhalt bepreisen. Vier Dinge sollten in jedem Angebot in einer eigenen Zeile stehen: der Schriftzug selbst (laufende Meter und Technologie), die Rückplatte oder Trägerkonstruktion, Netzteil und Steuerung sowie die Montage. Stehen sie in einer einzigen Summe, ist das Angebot mit keinem anderen vergleichbar. Verlangen Sie darüber hinaus Angaben zum Hersteller des Profils oder der Röhre, zur Leistung je Meter, zur Schutzart und dazu, ob sich die genannte Lebensdauer auf L70 oder L50 bezieht – daraus lässt sich zurückrechnen, ob das Netzteil mit ausreichender Reserve dimensioniert wurde und wie realistisch die versprochene Lebensdauer ist. Der Vor-Ort-Termin ist bei uns kostenfrei, und dabei zeigen sich jene praktischen Details – Lage der Stromeinspeisung, Tragfähigkeit der Fassade, üblicher Betrachtungsabstand und die Lichtverhältnisse über den Tag –, die die endgültige technologische Entscheidung tatsächlich bestimmen.
Experten-Tipp
Bevor Sie irgendetwas fertigen lassen, drucken Sie den Schriftzug im Maßstab 1:1 aus – notfalls aus mehreren zusammengeklebten A4-Blättern –, kleben Sie ihn an seinen endgültigen Platz und betrachten Sie ihn von dem Punkt aus, von dem der Passant oder der Autofahrer ihn tatsächlich sehen wird. Der häufigste und teuerste Fehler ist nicht die falsche Technologiewahl, sondern der unterdimensionierte Schriftzug: Auf dem Papier wirkt er groß, an der Fassade verschwindet er. Messen Sie bei der Gelegenheit auch die zum Zeichnen der Buchstaben nötigen laufenden Meter: Multipliziert mit dem Wattwert je Meter erhalten Sie die erforderliche Leistung und können prüfen, ob das im Angebot enthaltene Netzteil mit mindestens 20 bis 30 Prozent Reserve dimensioniert wurde. Ein ohne Reserve an der Nennleistungsgrenze betriebenes Netzteil wird warm, und die höhere Betriebstemperatur verkürzt genau die Lebensdauer, wegen der Sie sich für LED-Neon entschieden haben.
Häufige Fehler
1. Ein Logo mit vielen kleinen Details und dünner Linienführung wird aus Neonflex bestellt, obwohl der laut Profildatenblättern kleinste Biegeradius von 2 bis 5 Zentimetern und die werkseitigen Schnittpunkte das nicht zulassen; das Detail geht verloren oder verzerrt. 2. Das Netzteil wird ohne Reserve dimensioniert: Das Profil läuft dauerhaft an der Nennleistungsgrenze, das Netzteil wird warm, und die höhere Temperatur verkürzt die Lebensdauer der LEDs. Mindestens 20 bis 30 Prozent Reserve sind einzuplanen. 3. Neonflex für den Innenbereich mit Schutzart IP20 wird draußen montiert, oder das geschnittene Profilende wird nicht abgedichtet – dort beginnen die Außenschäden typischerweise. 4. Lebensdauerzahlen werden als vergleichbar angenommen, obwohl das eine Datenblatt L70 und das andere L50 angibt und auch die Messtemperatur abweicht; das ist bei der Angebotsanfrage zu klären. 5. Es wird nur der Preis je laufendem Meter eingeholt, ohne Rückplatte, Netzteil, Steuerung und Montage, und dann soll zwischen zwei unvergleichbaren Angeboten gewählt werden. 6. Wechselnde Inhalte – Tagesangebot, Preis, Öffnungszeiten – sollen mit einem Neonschriftzug gelöst werden, obwohl dessen Inhalt bei der Fertigung endgültig wird; dafür ist eine programmierbare LED-Anzeigetafel oder LED-Laufschrift gedacht. 7. Glasneon wird bestellt, ohne zu fragen, wo die Werkstatt liegt, die eine gebrochene Röhre neu biegen und mit Gas füllen kann – die wochenlange Durchlaufzeit der Reparatur trifft die Besteller dann unvorbereitet. 8. Neon wird als bei praller Sonne lesbares Display eingeplant, obwohl beide Technologien auf Abend- und Dämmerungswirkung ausgelegt sind; für Lesbarkeit am Tag braucht es eine LED-Anzeigetafel oder LED-Wand mit hoher Helligkeit.
| Kriterium | LED-Neon (Neonflex) | Klassische Glasneonröhre |
|---|---|---|
| Betriebsspannung | 12 V oder 24 V Kleinspannung, das Profil ist bei Berührung ungefährlich | typischerweise 3.000 bis 15.000 V mit Neontransformator und Hochspannungsleitung |
| Leistungsaufnahme | ca. 8 bis 14 W je laufendem Meter, profil- und helligkeitsabhängig | ca. 15 bis 20 W je laufendem Meter, rohr- und stromstärkeabhängig |
| Jahresverbrauch, 6 m Schriftzug, 12 Stunden täglich | ca. 263 kWh (mit 10 W/m gerechnet) | ca. 394 bis 526 kWh |
| Lebensdauer | 30.000 bis 50.000 Betriebsstunden bis L70, bei höherer Gehäusetemperatur weniger | laut Fachquellen üblicherweise 8 bis 15 Jahre |
| Typisches Fehlerbild | allmählicher, berechenbarer Helligkeitsverlust; Abschnitts- oder Netzteildefekt | Elektrodenverschleiß, Gasverunreinigung, Riss, Transformatordefekt – plötzlicher Totalausfall |
| Farben | nahezu jeder Ton, in RGB-Ausführung im Betrieb wechselbar | gasabhängig: reines Neon = Rot-Orange, andere Farben über Argon, Argon-Quecksilber und Leuchtstoff |
| Dimmung, Animation | dimmbar, zeitsteuerbar, lauffähig, per App- oder DMX-Steuerung | üblicherweise Ein-/Aus-Betrieb, Dimmung ist umständlich |
| Bruchgefahr | Silikon- oder PVC-Hülle, biegsam, bricht beim Transport nicht | Glasröhre, empfindlich gegen Stoß und mechanische Belastung |
| Reparatur | Tausch des defekten Abschnitts oder des Netzteils, üblicherweise binnen Tagen | Glasbläserwerkstatt: Demontage, Neubiegen, Auspumpen, Gasfüllung – Durchlaufzeit von Wochen |
| Außenausführung | Profil IP65 bis IP67 + geschlossenes Außen-Netzteil (oder Netzteil im Innenbereich), mit abgedichteten Endkappen | wasserdichtes geschlossenes Gehäuse + Außentransformator |
| Feinste Schriftzeichnung | 6x12 bis 20x20 mm Querschnitt, kleinster Biegeradius 2 bis 5 cm (Profildatenblatt des Herstellers), werkseitige Schnittpunkte | 8 bis 15 mm Rohrdurchmesser, handgebogen praktisch jeder Bogen und jede kleine Schlaufe |
| Entsorgung | Elektroaltgerät | bei quecksilberhaltigen Röhren Sondermüll |
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