Leuchtbuchstaben oder Leuchtkasten? Entscheidungshilfe für das Firmenschild
Für dieselbe Fassade treffen zwei Angebote ein, und die beiden lassen sich nicht vergleichen: Das eine rechnet je Buchstabe, das andere je Quadratmeter. Das ist kein Preistrick, sondern folgt aus der Fertigungslogik der beiden Technologien – und genau aus diesem Unterschied lässt sich die richtige Entscheidung ableiten.

Leuchtbuchstaben und Leuchtkasten: der Unterschied in einem Satz
Bei Leuchtbuchstaben ist jedes Zeichen ein eigener Körper: eigene Rückwand, eigene Seitenwand (im Fachjargon die Zarge), eigene LED-Reihe, eigenes Kabel. Die Buchstaben kommen einzeln an die Fassade, die Wand dazwischen bleibt frei. Der Leuchtkasten ist dagegen ein einziger geschlossener Kasten, dessen Front eine lichtdurchlässige, bedruckte Tafel oder ein folierter Acrylträger ist, den das LED-System von innen gleichmäßig ausleuchtet. Die praktische Folge zeigt sich nach Einbruch der Dunkelheit sofort: Bei Leuchtbuchstaben leuchtet nur der Text, die Fassade bleibt dunkel; beim Leuchtkasten leuchtet das gesamte Rechteck auf, und der Buchstabe ist der Kontrast innerhalb des Drucks. Derselbe konstruktive Unterschied ergibt auch die beiden Preislogiken. Buchstaben werden stückweise gefertigt – jedes Zeichen muss neu geschnitten, gekantet, verklebt, mit LEDs bestückt und verkabelt werden –, der Kasten dagegen nach Fläche: Die Fertigungszeit eines 2-m²-Kastens ist kaum länger als die eines 1,5-m²-Kastens.
Die drei Bauarten der Leuchtbuchstaben – und wann welche
Der frontleuchtende (front-lit) Profilbuchstabe ist der Klassiker: Opalacryl-Front, dahinter eine LED-Reihe, das Gesicht des Buchstabens leuchtet. Das ist die auf große Entfernung am besten lesbare Bauart, und sie behält ihren Kontrast auch bei starkem Fremdlicht, etwa unter Straßenbeleuchtung.
Der rückwärts leuchtende Halo-Buchstabe (Rückleuchter, reverse channel) hat ein massives Gesicht – lackiertes Aluminium oder gebürsteter Edelstahl –, das Licht fällt nach hinten auf die Wand, und um das Zeichen entsteht ein Lichtkranz. Der Wandabstand liegt typischerweise bei 20 bis 50 mm: Am unteren Ende der Spanne entsteht eine schmale, harte Kontur, am oberen ein auslaufender, weicherer Fleck. Der Halo-Buchstabe wirkt hochwertig und zurückhaltend, seine Leseentfernung ist aber deutlich geringer als die der frontleuchtenden Variante, und an einer hellen, stark beleuchteten Fassade verschwindet er praktisch.
Der kombinierte (beidseitige) Buchstabe leuchtet vorn und hinten, üblicherweise auf getrennt schaltbaren Stromkreisen. Derselbe Schriftzug kann so zwei verschiedene Nachtbilder liefern: nur den Lichtkranz, nur das leuchtende Buchstabengesicht oder beides zugleich. Das ist die teuerste Bauart und die mit dem größten Bedarf an Netzteilen.
Leuchtkasten: direkt beleuchtete und kantenbeleuchtete Bauart
Für den Leuchtkasten gibt es zwei Fertigungsprinzipien, und der Qualitätsunterschied zwischen ihnen ist größer als der zwischen Leuchtkasten und Leuchtbuchstaben.
Im direkt beleuchteten (direct-lit) Kasten sitzen die LED-Reihen auf der Rückwand, und das Licht trifft die Front frontal. Hier hängen drei Dinge zusammen: der Abstand der Module untereinander, die Innentiefe des Kastens und der Abstrahlwinkel des Moduls. Je flacher der Kasten, desto dichter die Belegung und desto breiter die Optik – typischerweise 160 bis 170 Grad –, die nötig ist, sonst zeichnen sich die Module als sichtbare Flecken auf der Front ab. Zur klassischen, weit gerasterten Belegung gehört deshalb typischerweise eine Innentiefe von 100 bis 150 mm. Das ist die Fleckenbildung, und sie lässt sich nachträglich durch keine Einstellung beheben: Es braucht entweder einen tieferen Kasten oder ein dichteres Modul mit anderer Optik.
Bei der kantenbeleuchteten (edge-lit, slim) Bauart sitzen die LEDs an der Rahmenkante, und eine Lichtleiterplatte verteilt das Licht. Das ergibt auch bei 20 bis 40 mm Tiefe eine gleichmäßige Fläche, weshalb es bei Innenportalen und anspruchsvollen, ebenen Fassaden die bessere Wahl ist. Nachteilig sind der höhere Fertigungsaufwand und dass die Lichtleiterplatte in großen Formaten teurer und schwerer zu handhaben ist und die Helligkeit zur Flächenmitte hin abnehmen kann – bei großen Schildern kehren Hersteller deshalb häufig zur direkten Beleuchtung zurück. In der Textilspannrahmen-Variante (SEG) ist die Front ein gespanntes, bedrucktes Textil, das sich ohne Werkzeug in Minuten wechseln lässt.
Die erste Entscheidungsfrage: Wie viele Zeichen, in welcher Höhe?
Diese Frage entscheidet die Mehrzahl der Fälle. Da der Buchstabe je Stück und der Kasten je Fläche bepreist wird, begünstigt der kurze Name die Leuchtbuchstaben, der lange den Leuchtkasten. Praktische Faustregel: 3 bis 10 Zeichen mit einer Versalhöhe über 200 mm führen zu Leuchtbuchstaben. Ein zwei- bis dreizeiliger Schriftzug mit Untertitel, Telefonnummer, Öffnungszeiten oder Leistungsliste führt zum Leuchtkasten.
Es gibt außerdem eine Untergrenze der Bestellbarkeit, und die ist verbindlich: Die kleinste in unserem Katalog bestellbare Versalhöhe beträgt 15 cm, kleinere Leuchtbuchstaben fertigen wir nicht. Darunter fällt die Entscheidung also automatisch auf den Leuchtkasten. Hinter dieser Grenze steht auch Physik: Unterhalb von rund 100 mm Versalhöhe lässt sich ein frontleuchtender Profilbuchstabe nur noch sehr schwer gleichmäßig ausleuchten, weil der Abstand zwischen LED und Front kleiner wird als der Abstand der LEDs untereinander – es tritt genau dieselbe Fleckenbildung auf wie im flachen Leuchtkasten, nur auf viel kleinerer Fläche, wo sie mehr stört. Unterhalb von 60 bis 80 mm Versalhöhe ist der Weg mit keiner Belegung mehr gangbar: Dort kommen ein Leuchtkasten oder eine geätzte, hinterleuchtete Platte infrage.
Versalhöhe und Leseabstand: der berechenbare Teil
Der größte Fehler bei Firmenschildern ist nicht die Technologiewahl, sondern die Dimensionierung. In der Schilderbranche kursiert weltweit dieselbe Faustregel: Zu 1 Zoll (2,54 cm) Versalhöhe gehören rund 10 Fuß (etwa 3 Meter) Leseabstand. Umgerechnet ergibt das 1 cm Versalhöhe ≈ 1,2 Meter – diese Zahl ist in allen Beiträgen dieses Projekts dieselbe.
Wichtig ist zu wissen, was diese Zahl bedeutet: Sie ist ein Planungsverhältnis, gibt also die Entfernung an, aus der sich der Schriftzug bequem und auch in Bewegung erfassen lässt. Die gerade noch entzifferbare Grenze liegt weit darüber – unter idealen Bedingungen (guter Kontrast, sauberes Schild, freie Sicht, intaktes Sehvermögen) bei etwa dem Dreifachen. Ein Schild darf jedoch nie auf diese äußerste Grenze geplant werden, sondern auf den bequemen Leseabstand.
In der Anwendung sieht das so aus: Muss das Schild vom gegenüberliegenden Gehweg aus rund 30 Metern lesbar sein, ergibt 30 ÷ 1,2 = 25 cm die planerische Versalhöhe. Ist die wichtigste Sichtachse das Ende eines 60-Meter-Straßenabschnitts, ergibt dieselbe Rechnung 50 cm. Diese Zahl ist deshalb entscheidend, weil sich von ihr aus rückwärts ergibt, wie viele Wörter an die Fassade passen – und oft zeigt sich, dass nicht eine teurere Technologie nötig ist, sondern weniger Text.
Die zweite Frage: Wie stark wird sich der Schriftzug ändern?
Der größte, selten erwähnte Vorteil des Leuchtkastens ist, dass seine Front ein Verbrauchsteil ist, seine Konstruktion aber nicht. Ändern sich Firmenname, Logo, Preisliste oder Leistungsliste, bleiben Rahmen, LED-System und Netzteil an Ort und Stelle, und nur der Druck wird gewechselt. In der Textilspannrahmen-Ausführung ist das nicht einmal Montagearbeit: Das gespannte Textil lässt sich aus dem Rahmen ziehen und das neue hineindrücken.
Bei Leuchtbuchstaben bedeutet dieselbe Änderung Neufertigung – Zeichen für Zeichen. Aus einem Schriftzug MÜLLER UND PARTNER lässt sich durch Umarbeiten der vorhandenen Buchstaben kein MÜLLER UND SOHN machen; die zu ersetzenden Zeichen müssen neu gefertigt und farblich an die alten angepasst werden.
Die Entscheidungsregel ist also einfach: Kommt in den nächsten 3 bis 5 Jahren realistisch ein Namenswechsel, eine Auffrischung des Erscheinungsbilds, ein Franchisewechsel oder das Anzeigen wechselnder Informationen infrage, neigt sich die Waage zum Leuchtkasten. Ist das Logo seit zehn Jahren dasselbe und bleibt es das auch, zählt dieser Gesichtspunkt nicht.
Die dritte Frage: Wie ist die Fassade beschaffen?
An einer wärmegedämmten Fassade (EPS oder Steinwolle) bedeutet jeder Leuchtbuchstabe eine eigene Befestigung und eine eigene Kabeldurchführung, also mehr Durchbohrungen der Dämmung – mehr potenzielle Wärmebrücken und mehr Stellen, an denen Wasser eindringen kann. Die gute Lösung besteht nicht darin, auf die Buchstaben zu verzichten, sondern sie auf eine gemeinsame Trägerschiene oder eine abstandsmontierte Trägerplatte zu setzen und das Kabel hinter der Schiene an einem einzigen Punkt herauszuführen. Diese Lösung muss im Angebot ausdrücklich verlangt werden, denn die günstige Ausführung ist immer die einzelne Durchbohrung.
Der Leuchtkasten ist in dieser Hinsicht einfacher: ein Kasten, ein Kabel, eine Bohrung, ein Wiederverschluss.
Die Windlast wirkt dagegen umgekehrt. Die gesamte Front des Leuchtkastens ist Windangriffsfläche, während die gemeinsame Projektion der einzelnen Buchstaben viel kleiner ausfällt: Im weiter unten durchgerechneten Beispiel machen die Buchstabengesichter 0,3 bis 0,6 m² aus, das umschließende Rechteck des Schriftzugs 2,4 m² – die Windangriffsfläche beträgt also rund 15 bis 25 Prozent derjenigen des Kastens. Bei altem, schwachem Mauerwerk, an hohen Fassaden oder an windigen, offen gelegenen Gebäuden kann das der entscheidende Gesichtspunkt sein – und dann sind Leuchtbuchstaben nicht nur schöner, sondern auch statisch die sicherere Wahl.
Helligkeit, Nachtbetrieb und die Nachbarn
Ein Firmenschild an der Fassade ist keine LED-Wand: Hier sind nicht mehrere tausend Nit das Ziel, sondern Gleichmäßigkeit und ein zur Umgebung passender Kontrast. Die häufigste nachträgliche Beanstandung lautet nicht, der Schriftzug sei blass, sondern er sei nachts zu stark. In Wohnumgebung erzeugt ein rund um die Uhr auf voller Helligkeit laufendes Schild Beschwerden, und deren Bearbeitung endet in der Regel in einer erzwungenen Umverdrahtung.
Deshalb lohnt es sich, schon bei der Bestellung eine zeitsteuerbare und dimmbare Ansteuerung zu verlangen: Dämmerungsschalter, Wochenzeitschaltuhr und dimmbares Netzteil. Das sind gemessen an der Gesamtkonstruktion günstige Bauteile, die auf Jahre den Verbrauch und zugleich das Beschwerderisiko regulieren – nachträglich einzubauen sind sie dagegen nur mit Rückbau. Dieselbe Ansteuerung verlängert auch die Lebensdauer: Eine dauerhaft auf voller Helligkeit betriebene LED arbeitet wärmer und verliert schneller an Licht als eine, die täglich einige Stunden gedimmt läuft.
Wie viel verbraucht es? Es zählt die leuchtende Fläche, nicht die Schildgröße
Nehmen wir ein konkretes, durchrechenbares Beispiel: ein 3,5 Meter breiter Schriftzug über einem Ladenportal, mit zehn Zeichen.
In Profilbuchstaben-Ausführung mit 40 cm hohen Zeichen misst ein Versalbuchstabe im Hüllmaß rund 28 x 40 cm, zehn Zeichen zusammen rund 1,1 m². Davon leuchtet aber nur das Gesicht der Buchstaben: Bei einer mittelstarken Grotesk füllt das Schriftbild 30 bis 50 Prozent des Hüllmaßes, die tatsächlich leuchtende Fläche beträgt also rund 0,3 bis 0,6 m². Derselbe Schriftzug als Leuchtkasten in 3,5 x 0,7 Metern ergibt rund 2,4 m² leuchtende Fläche – das Vier- bis Achtfache des Buchstabengesichts.
Die spezifische Leistungsaufnahme ist kein Normwert: Sie hängt von der eingestellten Helligkeit und der LED-Belegung ab. Aus den Datenblättern unserer eigenen Lichtwerbungsprodukte zurückgerechnet liegt der Verbrauch von Leuchtkästen bei 30 bis 70 W/m² leuchtender Fläche – das Outdoor-Schild von 200 x 80 cm nimmt 50 bis 60 W auf, die Opalglas-Ausführung von 50 x 50 cm 15 bis 18 W, größere Schilder liegen also eher am unteren, kleinere, dicht ausgeleuchtete Flächen eher am oberen Ende der Spanne. Die kantenbeleuchtete Slim-Ausführung gehört zur unteren Hälfte derselben Spanne. Die spezifische Leistungsaufnahme von Leuchtbuchstaben – bezogen auf das Buchstabengesicht – liegt in derselben Größenordnung, doch weil ihre leuchtende Fläche im Beispiel nur ein Bruchteil ist, fällt auch die aufgenommene Leistung des Schriftzugs weit geringer aus: als Schätzung ein Drittel des Leuchtkastens oder weniger. Bei 10 Stunden Betrieb täglich sind es 3.650 Betriebsstunden im Jahr, über die sich dieses Verhältnis fortschreibt.
Der eigentliche Kostenposten ist allerdings selten der Strom. Der Tausch eines schlecht geschützten, an falscher Stelle verbauten Netzteils – mit Hubarbeitsbühne und Verkehrssicherung – ist typischerweise ein größerer Posten als mehrere Jahre Stromrechnung. Für die ausführliche Verbrauchsberechnung lässt sich die Methodik unseres Beitrags über den Verbrauch einer LED-Wand auch hier anwenden.
Lebensdauer und Servicefähigkeit: Was geht zuerst kaputt?
Nicht die LED. Das Datenblatt unserer eigenen LED-Module nennt einheitlich 100.000 Betriebsstunden, und das ist keine Brenndauer bis zum Ausfall, sondern eine Helligkeitsgrenze vom Typ L50: Am Ende der Stundenzahl leuchtet das Modul noch, seine Helligkeit ist jedoch auf die Hälfte des Ausgangswerts gefallen. Bei 12 Stunden Betrieb täglich bedeuten 100.000 Stunden über zwanzig Jahre Betrieb – Näheres zu den Messverfahren steht in unserem Beitrag über die Lebensdauer einer LED-Wand. In der Praxis gibt in der Regel nicht die LED zuerst auf, sondern das Netzteil. Dessen Lebensdauer bestimmen die Elektrolytkondensatoren, deren Nennlebensdauer in der Größenordnung von 20.000 bis 50.000 Stunden liegt und stark temperaturabhängig ist: Rund jede um 10 °C niedrigere Betriebstemperatur verdoppelt sie. Deshalb ist nicht gleichgültig, wohin es kommt: In einem von der Sonne aufgeheizten, unbelüfteten Buchstabenkörper lebt es erheblich kürzer als in einem schattigen, belüfteten Gehäuse.
Im Außenbereich sind ein Modul der Schutzart IP65 und ein Netzteil nach IP67 oder in einem geschlossenen, belüfteten Gehäuse das Minimum. Im Boden des Buchstabenkörpers beziehungsweise des Kastens braucht es 2 bis 3 Wasserablaufbohrungen von 4 bis 6 mm, sonst sammelt sich das Wasser aus der Kondensation im Inneren.
Der Unterschied im Fehlerbild ist technologieabhängig und fällt stark ins Gewicht. Bei einem Schriftzug aus Profilbuchstaben fällt ein Zeichen aus: Aus BÄCKEREI wird BÄCKER EI. Ärgerlich, aber lokal begrenzt und durch den Tausch eines einzigen Buchstabens zu beheben, ohne die übrigen Zeichen anzurühren. Beim Leuchtkasten zeichnet der Ausfall einer Modulreihe einen dunklen Streifen oder Fleck auf die gesamte Front, und für die Reparatur muss die Front geöffnet werden.
Eines lohnt sich in beiden Fällen in der Bestellung festzuschreiben: Der gesamte LED-Satz des Schriftzugs soll gemeinsam und aus derselben Lieferung stammen, und der Ausführende soll davon Ersatzteile zurücklegen. Die Farbtemperatur weißer LEDs unterliegt einer Fertigungsstreuung, deshalb kann ein Monate später aus einer anderen Lieferung ersetzter Buchstabe oder eine ersetzte Modulreihe merklich anders weiß leuchten als die übrigen.
Innen oder außen: dieselbe Entscheidung, andere Gewichte
Im Innenbereich – am Empfang, im Verkaufsraum, an einem Portal im Einkaufszentrum – gibt es weder Niederschlag noch Windlast, dafür ist die Einbautiefe oft stark begrenzt. Deshalb sind innen der kantenbeleuchtete Slim-Leuchtkasten und der Halo-Buchstabe das häufigste Paar. Die Helligkeit ist hier nach unten abzustimmen: Ein für den Außenbereich ausgelegtes Modul blendet innen und brennt dem Auge die Flächen rund um den Schriftzug aus.
Im Außenbereich verschiebt sich der Schwerpunkt auf die Schutzart, die Wasserableitung, die Korrosionsbeständigkeit der Befestigung (Edelstahl-Verbindungselemente, Aluminiumkörper, keine verzinkten Stahlschrauben in Aluminium) und die Windlast. Derselbe Schriftzug wird in Außenausführung stets aus stärkerem Material, mit mehr Befestigungspunkten und mit einem besseren Netzteil gefertigt. Sind in einem Angebot Innen- und Außenpreis fast gleich, ist das keine gute Nachricht, sondern verdächtig: Auf einer der beiden Seiten wird gespart.
Wann sind weder Leuchtbuchstaben noch Leuchtkasten die Antwort?
Es gibt drei typische Fälle, in denen die Frage falsch gestellt ist.
Wechselt der anzuzeigende Inhalt täglich oder wöchentlich – Tagesangebot, Kraftstoffpreis, Aktion, Wartenummer – oder soll gar Bewegtbild dargestellt werden, ist statt eines statischen Schriftzugs eine programmierbare LED-Anzeigetafel, eine LED-Laufschrift oder eine LED-Wand das richtige Werkzeug, denn dort wird der Inhalt per Software aktualisiert, ohne Fertigung. Dimensionierung, Helligkeit und Verbrauch dieser LED-Matrix-Linie behandelt unser Beitrag zum Vergleich der Leuchtschild-Technologien ausführlich.
Geht es um Stimmung und ist der Schriftzug handschriftlich, geschwungen oder dekorativ, gibt ein LED-Neon-Schriftzug (flexibles, in Silikon eingebettetes Neon) das Erscheinungsbild des klassischen Glasneons wieder, ohne Bruchgefahr und ohne hohen Verbrauch. Den Vergleich von Neon, LED und klassischer Hinterleuchtung finden Sie in unserem Beitrag über Leuchtreklame.
Der dritte Fall ist der, in dem der Schriftzug gar nicht leuchten müsste: An vielen Fassaden genügt eine gut angestrahlte, nicht leuchtende Buchstabenreihe, und die ist erheblich günstiger.
Die Lösungen schließen einander nicht aus. In der Praxis bewährt hat sich die Kombination aus einem festen Firmennamen in Leuchtbuchstaben und darunter einem schmalen, programmierbaren Band für die wechselnde Information. Das gesamte Angebot finden Sie in unserer Kategorie Leuchtreklame und Werbetafeln.
Kombinierte Lösung: Kasten als Basis, Buchstaben als Akzent
Bei Fassadenschildern ist die hybride Ausführung häufig: Eine zurückhaltende, matt leuchtende Leuchtkasten-Grundplatte trägt die Leistungsliste und die Öffnungszeiten, und darauf werden die Leuchtbuchstaben des Markennamens plastisch montiert.
Diese Lösung hat zwei Vorzüge. Der Markenname bekommt die Tiefe und die hochwertige Wirkung, die sich mit einem flachen Druck nicht erreichen lässt, während die wechselnde Information auf der austauschbaren Front bleibt und sich damit günstig auffrischen lässt.
Auch den Nachteil sollte man kennen. Es entstehen zwei Konstruktionen, also gehören auch zwei Wartungen und zwei Garantien dazu, und die Farbtemperatur der beiden Lichtquellen muss aufeinander abgestimmt werden. Ein Kasten mit 4.000 K neben einer Buchstabenreihe mit 6.500 K stört ausgesprochen: Das kältere Licht wirkt bläulich, das wärmere gelblich und schmutzig. Diese Abstimmung gehört vor die Fertigung, denn nachträglich ist sie nur per Modultausch zu beheben.
Wie fordern Sie vergleichbare Angebote an?
Die beiden Technologien lassen sich nur vergleichen, wenn das Angebot detailliert ist. Verlangen Sie folgende Punkte in eigenen Zeilen:
– Material und Wandstärke von Buchstabenkörper beziehungsweise Kasten (Aluminium- oder Kunststoffprofil); – Material und Stärke der Front (Guss- oder Extrudieracryl, wie viele mm); – Typ, Leistung, Schutzart und Garantie des LED-Moduls; – Typ und Schutzart des Netzteils und wohin es kommt (in den Buchstaben, in den Kasten, in den Innenraum); – Art der Befestigung (direkt, mit Abstandshaltern, auf gemeinsamer Trägerschiene) und der Wiederverschluss der Fassade; – die Ansteuerung: Zeitschaltuhr, Dämmerungsschalter, Dimmung; – die Montage: Gerüst oder Hubarbeitsbühne, Arbeitshöhe, Verkehrssicherung; – die Garantie getrennt für Konstruktion, LED und Netzteil.
Fehlt eine dieser Zeilen, ist das Angebot weder teurer noch günstiger als das andere – es ist schlicht unvergleichbar. Den vollständigen Fertigungsablauf einer Lichtwerbung an der Fassade beschreibt unser Beitrag zur Herstellung von Lichtwerbung Schritt für Schritt, die behördliche Seite unser Beitrag zur Genehmigung von Werbetafeln im Außenbereich.
Bei uns ist der Vor-Ort-Termin kostenfrei, und das Angebot kommt genau mit diesen Zeilen – so können Sie die Entscheidung nicht nach der Endsumme, sondern nach ihrem Inhalt treffen.
Experten-Tipp
Bevor Sie über die Technologie entscheiden, gehen Sie abends an den Standort und stellen Sie sich dorthin, wo Ihr Kunde das Schild zuerst sieht: auf den gegenüberliegenden Gehweg, an die Parkplatzeinfahrt, an die Haltelinie der Kreuzung. Messen oder schreiten Sie diese Entfernung in Metern ab und teilen Sie sie durch 1,2 – das Ergebnis in Zentimetern ist die planerische Versalhöhe, mit der der Schriftzug bequem und auch in Bewegung lesbar ist. Die gerade noch entzifferbare Grenze liegt bei etwa dem Dreifachen, doch darauf darf nicht geplant werden: Diese Zahl sagt nur, bis wohin sich der Text mit Mühe entziffern lässt. Ist die errechnete Versalhöhe größer als das, was an die Fassade passt, suchen Sie nicht die teurere Technologie, sondern weniger Wörter: Die Mehrzahl der schlechten Firmenschilder ist nicht wegen der günstigen Ausführung schlecht, sondern weil zu viel mit zu kleinen Buchstaben gesagt werden sollte. Sehen Sie sich bei diesem Abendspaziergang auch an, wie viel Fremdlicht auf die Fassade fällt. Unter starker Straßenbeleuchtung verschwindet der feine Lichtkranz eines Halo-Buchstabens praktisch – dort braucht es die frontleuchtende Ausführung, so elegant der Halo auf der Visualisierung auch wäre.
Häufige Fehler
1. Die Versalhöhe wird nach dem Fassadenmaß gewählt statt nach dem Leseabstand – dabei ist die Planungsregel einfach: Betrachtungsabstand in Metern, geteilt durch 1,2, ergibt die Versalhöhe in Zentimetern (30 Meter → 25 cm). Auch die Gegenrichtung ist ein Fehler: Leuchtbuchstaben unter 15 cm sind aus unserem Katalog nicht bestellbar, dort braucht es einen Leuchtkasten. 2. Es wird ein flacher, direkt beleuchteter Leuchtkasten mit weniger als 100 mm Tiefe bestellt, ohne dichtere Modulbelegung mit breiterem Abstrahlwinkel: Auf der Front zeichnen sich die LED-Reihen fleckig ab, und das lässt sich nachträglich durch keine Einstellung beheben. 3. Das Netzteil kommt ohne Belüftung und ohne Wasserableitung in den Buchstabenkörper oder in den Kasten – das ist die häufigste Ausfallursache im Außenbereich, und es ist nicht die LED, die kaputtgeht. 4. Es wird nicht festgeschrieben, dass der gesamte LED-Satz des Schriftzugs aus einer Lieferung stammt, und es werden keine Ersatzteile zurückgelegt – der Monate später ersetzte Buchstabe oder die ersetzte Modulreihe leuchtet sichtbar anders weiß. 5. An einer wärmegedämmten Fassade wird die Dämmung buchstabenweise durchbohrt statt eine gemeinsame Trägerschiene zu verwenden – mehr Wärmebrücken, mehr Stellen für Wassereintritt, schwierigerer Service. 6. Zeitschaltuhr, Dämmerungsschalter und Dimmung fallen weg, und dann muss wegen Beschwerden der Nachbarn nachträglich und mit Rückbau an die Verkabelung herangegangen werden. 7. Der Gestaltungsentwurf wird gefertigt, bevor die örtlich geltenden Vorgaben für Werbeanlagen geprüft wurden, und der fertige Schriftzug entspricht ihnen am Ende nicht. 8. Angebote werden nach der Endsumme verglichen statt Position für Position – dabei liegt der Unterschied fast immer in der Frontstärke, der Modulqualität und dem Netzteil.
| Kriterium | Leuchtbuchstaben (Profilbuchstaben, LED-Buchstaben) | Leuchtkasten |
|---|---|---|
| Grundlage der Preisbildung | je Zeichen – nach Buchstabenzahl und Versalhöhe | je Quadratmeter – nach der Fläche der Front |
| Wann günstiger | kurzer Name mit 3 bis 10 Zeichen, große Versalhöhe | langer oder mehrzeiliger Schriftzug, Untertitel, Leistungsliste |
| Kleinste sinnvolle Versalhöhe | 15 cm – die kleinste in unserem Katalog bestellbare Versalhöhe (unter 100 mm leidet auch die Gleichmäßigkeit des Lichts) | keine Untergrenze, der Druck kann beliebig klein sein |
| Leuchtende Fläche beim 3,5 m breiten Beispielschriftzug | ca. 0,3 bis 0,6 m² (Gesicht von 10 Buchstaben à 40 cm) | ca. 2,4 m² (Front 3,5 x 0,7 m) |
| Spezifische Leistungsaufnahme | auf das Buchstabengesicht bezogen dieselbe Größenordnung, aber auf einem Bruchteil der Fläche – im Beispiel ein Drittel des Kastens oder weniger | 30 bis 70 W/m² leuchtender Fläche (eigene Produktdaten); größere Schilder und die kantenbeleuchtete Slim-Ausführung eher in der unteren Hälfte |
| Änderung des Inhalts | neues Zeichen fertigen und farblich anpassen | Frontdruck tauschen, Rahmen und LED bleiben |
| Kabeldurchführung an der Fassade | je Buchstabe oder auf gemeinsamer Trägerschiene – mehr Bohrungen | ein Kasten, typischerweise eine Durchführung |
| Windlast | geringer: die Projektion der Buchstaben beträgt ca. 15 bis 25 % des umschließenden Rechtecks | größer: die gesamte Front ist Windangriffsfläche |
| Nachtbild | nur der Text leuchtet, die Fassade bleibt dunkel | das gesamte Rechteck leuchtet auf |
| Wirkung eines Defekts | ein Zeichen fällt aus, die übrigen arbeiten weiter | dunkler Streifen oder Fleck auf der gesamten Front |
| Reinigung | mehrere Elemente mit Fugen – zeitaufwendiger | eine ebene Fläche – schneller |
| Typische Einbautiefe | 60 bis 120 mm (bei Halo-Ausführung + 20 bis 50 mm Wandabstand) | direkt beleuchtet: 100 bis 150 mm; kantenbeleuchtet slim: 20 bis 40 mm |
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